Urbio & Dyneo bündeln ihre Kräfte auf dem Fernwärme-Forum 2026
- 22. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Am 22. Januar 2026 versammelte die größte Schweizer Fachkonferenz für Wärmenetze über 740 Energieexperten auf dem BERNEXPO-Gelände in Bern. Im Mittelpunkt des Tages standen offene Diskussionen darüber, was es in der Praxis wirklich braucht, um thermische Netze in die Breite zu skalieren. Das von Thermische Netze Schweiz TNS | Réseaux Thermiques Suisse RETS organisierte Fernwärme-Forum verzeichnete einen neuen Besucherrekord – ein passendes Symbol für einen Sektor, der massiv an Fahrt aufnimmt.
Urbio war gemeinsam mit der Dyneo Technologies SA vor Ort. An einem Gemeinschaftsstand präsentierten wir den gesamten digitalen Lebenszyklus thermischer Netze: von KI-gestützten Machbarkeitsstudien und modernster Software für Wärmenetzplanung bis hin zur datengestützten Betriebsintelligenz für bereits bestehende Netze.
Die Themen, die den Tag prägten
Wärmedekarbonisierung ist mittlerweile eine Sicherheitsfrage.
Erneuerbare Energien und Abwärme decken bereits 44 % der EU-weiten Einspeisung in Wärmenetze ab – und das technische Potenzial reicht aus, um den heutigen europäischen Gesamtwärmebedarf doppelt zu decken. Die Debatte hat sich folglich von einem „Sollten wir ausbauen?“ zu einem „Wie schnell können wir agieren?“ gewandelt. Der Investitionshorizont in ganz Europa beläuft sich auf rund 1.150 Milliarden Euro.
Die kommunale Wärmeplanung ist das eigentliche Nadelöhr.
Technologie und Kapital sind längst nicht mehr die limitierenden Faktoren. Was Projekte wirklich voranbringt, ist eine koordinierte lokale Wärmeplanung: die Abstimmung von Wärmequellen, Trassenführungen, Fördermitteln, Zeitplänen für den Gasausstieg und Genehmigungsverfahren. Kommunen, die vorausschauend Wärmenetze planen, setzen ihre Projekte deutlich schneller um.
CAPEX-Disziplin trennt die Gewinner von den Nachzüglern.
Die 9,5-Milliarden-Euro-Dekarbonisierungs-Roadmap der Stadtwerke München bot ein Meisterstück für eine robuste Projektentwicklung im Bereich Wärmenetze. Dazu gehören: rigorose Potenzialanalysen der Quellen, realistische Finanzmodelle, eine WACC-basierte Tarifgestaltung sowie eine transparente Kostenkommunikation gegenüber Anwohnern und Regulierungsbehörden. Das Schweizer Ziel, einen Wärmenetzanteil von 40 bis 50 % zu erreichen, legt die Messlatte ähnlich hoch.
Der Gasausstieg muss synchronisiert werden.
Der parallele Betrieb von Gasinfrastrukturen und der Ausbau von Wärmenetzen untergraben die Wirtschaftlichkeit beider Systeme. Klare langfristige Ziele, überarbeitete Gaskonzessionen, abgestimmte Abschaltpläne und eine einheitliche, stringente Kommunikation gegenüber den Anwohnern sind entscheidend. Nur so lassen sich die Anschlussquoten realisieren, die Projekte finanziell tragfähig machen.
Abwärme und Speichersysteme skalieren rasant.
Rechenzentren, Geothermie und thermische Speicher entwickeln sich in hohem Tempo zu zentralen Bausteinen moderner Wärmenetze. Flüssigkeitsgekühlte Rechenzentren können, sofern sie von Beginn an auf eine Netzintegration ausgelegt sind, bis zu 95 % ihres Stromverbrauchs als nutzbare Wärme zurückgewinnen – eine bislang größtenteils ungenutzte Chance. In unserem Blog haben wir bereits detailliert beleuchtet, wie Rechenzentren 10 % des europäischen Gebäudewärmebedarfs decken könnten und wie Stadtwerke davon wirtschaftlich profitieren.
Risikoabsicherung wird zum politischen Steuerungsinstrument.
Neue regulatorische Rahmenbedingungen beginnen, den Ängsten von Investoren zu begegnen, die den großflächigen Ausbau historisch gebremst haben: „Stranded Assets“ (verlorene Investitionen), Kundenabwanderung und der Ausfall von Wärmequellen. Dies ist ein eher leiser, aber entscheidender Wandel, um privates Kapital in genau der Größenordnung freizusetzen, die der Sektor dringend benötigt.
Urbio & Dyneo: Ein Messestand, zwei Enden des Netz-Lebenszyklus
Die gemeinsame Präsenz von Urbio und Dyneo spiegelte eine geteilte Überzeugung wider: Digitale Werkzeuge für Wärmenetze müssen den gesamten Projektverlauf lückenlos abdecken. Branchenakteure suchen vermehrt nach einer Liste der besten Software für Wärmenetzplanung – und genau hier setzen integrierte Lösungen an. Urbios Software beschleunigt die Projektentwicklung von der ersten Konzeption bis zur Finanzierungsreife durch leistungsstarke, KI-gestützte Analysen. Die Datenplattform von Dyneo wiederum steigert die wirtschaftliche Performance und optimiert den operativen Betrieb laufender Netze. Gemeinsam bieten sie Energieplanern und Netzbetreibern einen durchgehenden digitalen Faden – von der Greenfield-Planung bis zum langfristigen Anlagenbetrieb.

Fazit
Das Fernwärme-Forum 2026 hat eines unmissverständlich klargemacht: Die Ambitionen sind vorhanden, das Kapital wird mobilisiert und der politische Wille festigt sich zunehmend. Was die erfolgreichen von den stagnierenden Projekten unterscheidet, ist die Qualität der frühen Analysephase. Das Potenzial der Wärmequellen, der Business Case und die Einbindung aller Stakeholder müssen präzise stehen, bevor in großem Stil Kapital gebunden wird. Genau darin besteht die eigentliche Kernarbeit – und exakt an diesem Punkt macht die nächste Generation von Planungstools für Wärmenetze den entscheidenden Unterschied.
Über Urbio
Urbio ist eine KI-gestützte Software für Wärmenetzplanung, die es Energieplanern, Stadtwerken und Kommunen ermöglicht, die Projektentwicklung vom ersten Konzept bis zur Finanzierungsreife massiv zu beschleunigen.
Über Dyneo
Die Dyneo Technologies SA ist ein Schweizer Softwareunternehmen, das sich auf das wirtschaftliche und betriebliche Management von Wärme- und Kältenetzen spezialisiert hat. Durch die Transformation von Netzdaten in umsetzbare Erkenntnisse hilft Dyneo Netzbetreibern, Wärmeverluste zu reduzieren, Betriebskosten zu senken und unnötige CAPEX-Ausgaben zu vermeiden. Das System deckt dabei Infrastrukturen mit über 150 GWh und mehr als 7.000 angeschlossene Verbraucher ab. Erfahren Sie mehr unter dyneo.ch.
Über das Fernwärme-Forum
Das Fernwärme-Forum ist die größte jährliche Schweizer Fachkonferenz für Wärme- und Kältenetze, organisiert von Thermische Netze Schweiz TNS | Réseaux Thermiques Suisse RETS. Die Veranstaltung findet jährlich auf dem BERNEXPO-Gelände in Bern statt und bringt Energieexperten, Investoren, Netzbetreiber, Behördenvertreter und Industriezulieferer für einen Tag voller Expertenvorträge, Projektfallstudien, Podiumsdiskussionen und Networking zusammen. Die Ausgabe 2026 verzeichnete einen Rekord von über 740 Teilnehmern. Erfahren Sie mehr unter thermische-netze.ch.
