Urbio sichert sich $2M in überzeichneter Pre-Seed-Runde zur Beschleunigung der Energiewende in Städten
- Randy Lamotte
- 29. Sept. 2021
- 4 Min. Lesezeit
Von akademischer Forschung zur Marktführerschaft in der Wärmenetzplanung
In einer Zeit, in der europäische Städte um die Dekarbonisierung ihrer Energiesysteme wetteifern, hat sich Urbio als entscheidender Wegbereiter der Energiewende etabliert. Im September 2021 schloss das Unternehmen eine überzeichnete Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 2 Millionen Dollar ab, die gemeinsam von Wingman Ventures (heute Founderful) und Contrarian Ventures geleitet wurde.
Die Finanzierungsrunde, die auch eine Folgeinvestition von Urban Us (heute Third Sphere) und eine Beteiligung des Business Angels David Helgason (Gründer und ehemaliger CEO von Unity Technologies) anzog, positioniert Urbio für die Skalierung seiner Software für Wärmenetzplanung auf europäischen Märkten. Die Investition treibt die Teamerweiterung voran, beschleunigt die Produktentwicklung und unterstützt kommerzielle Aktivitäten in der gesamten EU.
Die Herausforderung: Veraltete Tools für kritische Infrastruktur
Stadtwerke und Wärmenetzbetreiber stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Während sich Kommunen zu ehrgeizigen Netto-Null-Zielen verpflichten, steckt der Infrastrukturplanungsprozess noch im analogen Zeitalter fest. Energieplaner kämpfen in der Regel mit fragmentierten Tabellenkalkulationen, disparaten Datenquellen und manuellen Planungsabläufen, die auf Gebäudeebene arbeiten – ein Prozess, der sowohl zeitintensiv als auch fehleranfällig ist.
Für die Wärmenetzplanung im Speziellen ist dieser Engpass besonders ausgeprägt. Die Planung thermischer Infrastruktur für ganze Stadtteile oder Städte erfordert anspruchsvolle räumliche Analysen, Wärmebedarfsberechnungen und ökonomische Modellierung – Aufgaben, die herkömmliche Software für Wärmenetzplanung nur schwer effizient bewältigen kann.
Urbios Lösung: KI-gestützte Software für Wärmenetzplanung
Die Plattform von Urbio, die auf Forschungsarbeiten der Schweizer Klimauniversität EPFL basiert, stellt einen grundlegenden Wandel in der Planung von Energieinfrastruktur dar. Die Software reduziert die Planungszeit um den Faktor zehn und verwandelt Prozesse, die früher Wochen dauerten, in Aufgaben, die in Tagen oder sogar Stunden erledigt werden.
Im Gegensatz zu Legacy-Tools konsolidiert Urbios Energieplanungssoftware verstreute Datenquellen in einer einheitlichen Plattform. Die Technologie ermöglicht es Energieingenieuren und Planern, hochgradig individualisierte Vorschläge zu erstellen – ob für ein einzelnes Gebäude oder einen gesamten Stadtteil – über optimierte, kollaborative Arbeitsabläufe. Zu den am häufigsten genutzten Funktionalitäten gehören: Wärmenetzplanung und -design.
Die Fähigkeiten der Plattform gehen weit über einfache Visualisierung hinaus. Durch die Integration von Wärmebedarfsmodellierung, Netzoptimierungsalgorithmen und techno-ökonomischer Analyse liefert Urbio das umfassende Werkzeugpaket, das Stadtwerke und Wärmenetzbetreiber benötigen, um den Infrastrukturausbau zu beschleunigen.
Investorenvertrauen in Climate-Tech-Infrastruktur
Das Investorenkonsortium von Urbio signalisiert eine starke Marktvalidierung. Alex Stöckl, Partner bei Wingman Ventures, betonte die Umsetzungsfähigkeiten des Teams:
„Wir kennen Sébastien und sein Team bereits seit über einem Jahr und sind sehr beeindruckt von ihrer Fähigkeit, ein Produkt zu entwickeln, das ihre ersten Kunden lieben. Ohne nennenswerte Finanzierung hat es das Urbio-Team geschafft, eine starke kommerzielle Pipeline aufzubauen und hervorragende Kandidaten einzustellen als Fundament dessen, was wir für einen globalen Trendsetter in der urbanen Energieplanungssoftware halten."
Rokas Peciulaitis, Managing Partner bei Contrarian Ventures, ordnete die Investition in den breiteren Dekarbonisierungsimperativ ein:
„Um ehrgeizige Netto-Null-Ziele zu erreichen, müssen wir unsere Energiesysteme in Städten auf der ganzen Welt wirklich neu denken. Das Team von Urbio hat ein leistungsstarkes Produkt entwickelt, das ein unverzichtbares Werkzeug ist, um die Dekarbonisierung von Energiesystemen zu beschleunigen."
Sowohl Stöckl als auch Peciulaitis traten dem Aufsichtsrat von Urbio bei und bringen umfassende Expertise in SaaS-Skalierung und der Kommerzialisierung von Klimatechnologie mit.
Strategische Wachstumspläne und Marktexpansion
Das frische Kapital von 2 Millionen Dollar ermöglicht es Urbio, drei strategische Prioritäten umzusetzen: Teamerweiterung zur Unterstützung der wachsenden Kundennachfrage, Verbesserung des kommerziellen Produkts auf Basis von Feedback der Stadtwerke und schnelle Expansion der kommerziellen Aktivitäten in den Märkten der Europäischen Union, wo die Investitionen in Wärmenetzinfrastruktur zunehmen.
Sébastien Cajot, CEO von Urbio, formulierte die Vision des Unternehmens:
„Neben dem Kapital, das das Wachstum unseres Teams unterstützen wird, freuen wir uns sehr, auf die umfassende Erfahrung unserer Investoren in Software und Klimatechnologie zählen zu können, sowie auf weitreichende internationale Netzwerke. Die Zusammenarbeit mit solch zukunftsorientierten Menschen stellt einen riesigen Sprung nach vorne für unser Unternehmen dar. Dies wird es uns ermöglichen, Kunden schneller zu erreichen und mit einem erheblich besseren Produkt, das der Herausforderung der Energiewende gewachsen ist."
Anerkennung und Dynamik
Urbios Entwicklung ist nicht unbemerkt geblieben. Das Startup erhielt die Anerkennung als eines der TOP 100 Swiss Startups 2021 und validierte damit seinen innovativen Ansatz für urbane Energieplanung. Das Unternehmen nahm zuvor an URBAN-X teil, einem Startup-Accelerator-Programm, das gemeinsam von Urban Us und MINI betrieben wird und das dabei half, die Go-to-Market-Strategie zu verfeinern und die ersten Stadtwerke als Kunden zu gewinnen.
Das Team hinter der Technologie
Urbio wurde von drei sich ergänzenden Führungspersönlichkeiten mitgegründet: Sébastien Cajot (CEO und Produktdirektor), Nils Schüler (Technischer Direktor) und Nicolas Sommer (Direktor für Geschäftsentwicklung). Das Gründerteam vereint tiefgreifende technische Expertise in Energiesystemen mit kaufmännischem Geschick – eine seltene Kombination im Cleantech-Bereich, die sich als entscheidend für die frühe Traktion des Unternehmens bei Stadtwerken und Wärmenetzbetreibern erwiesen hat.

Warum das für den Energiesektor wichtig ist
Da europäische Regierungen den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen vorschreiben und erneuerbare Wärmenetzinfrastruktur fördern, wird die Nachfrage nach ausgefeilten Planungstools nur noch zunehmen. Energieberater, kommunale Energieabteilungen und Stadtwerke benötigen Software, die komplexe Szenarien modellieren, Netztopologien optimieren und Infrastrukturinvestitionen mit robusten Finanzanalysen rechtfertigen kann.
Urbios Ansatz – der akademische Stringenz mit nutzerorientiertem Design verbindet – adressiert genau diesen Bedarf. Für Energieplaner, die sich durch die Komplexität der Energiewende navigieren, stellen Plattformen wie die von Urbio nicht nur Produktivitätsverbesserungen dar, sondern strategische Katalysatoren für Klimaschutzmaßnahmen im großen Maßstab.
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Sébastien Cajot
CEO und Mitgründer
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